|
|
KatalonienReise der 43er -
oder "Was du denken?"
17. - 23. September 2000
|
|
Vorbereitungen
Nach den
unvergesslichen Erlebnissen anlässlich unserer Reise zu Margrit ins Piemont
im
März 1999 keimt in einigen Köpfen schon seit einiger
Zeit ein Plan für ein weiteres solch
gemütliches Unterfangen. So langsam werden die
Fäden gesponnen, d.h. Peter und Brigitte erkunden bereits
im Herbst 1999 die Gegend um Victors neue Heimat
Costa Brava. Eigentlich scheint dem Vorhaben
nichts im Wege zu stehen, umso weniger als uns Victor von Anfang an seine
Unterstützung und alle Vorbereitungen zusicherte. So machen wir uns ab
März 2000 ans definitive Planen. So ein Ereignis muss ja auch gebührend
vorbereitet werden, wobei eben schon in diesem Vorfeld die Geselligkeit
nie zu kurz kommt. Schlussendlich gehen
erfreulicherweise 14 Anmeldungen ein. Alle sind
gespannt auf die kommenden sechs
unbeschwerten Tage in einem fröhlichen, gleich
gesinnten Kreis.
|
|
|
Sonntag, 17. September - Bettag
So gegen 17.43 versammelt sich eine reiselustige Gruppe beim Bahnhof
Seewen-Schwyz. Es sind dies: Beat mit Brigitta, Domini mit Trudy, Margrit
Gasser und Margrit Staub, Dorlä und Marta. Der Entlastungszug von Brunnen
fährt ein, Peter und Brigitte machen sich in den hinteren Gefilden
bemerkbar. Im übervollen Wagen geht’s bis Goldau, hier heisst es
umsteigen. Gelächter auf vielen Gesichtern, die Lautsprecher verkünden
etliche male: Schulreise Jahrgang 43, bitte Gleis 4, Sektor D!! Als
“Reiseleiterin” bis Zürich steigt hier auch Marianne zu.
In Zug gesellen sich zwei weitere Reisefüdli dazu: Paula und Hans. Kurz
vor sieben Uhr erreichen wir Zürich-HB, am abgemachten Ort warten ganz
gehorsam Agnes und Martin, womit dann unsere Gruppe komplett ist.
Allseitige frohe Begrüssung, noch schnell zu einem Kaffee und schon
platziert uns Marianne im spanischen “EURO-NIGHT”-Zug, der uns nach 12
Stunden mehr oder weniger Fahrt in Gerona wieder entlassen wird.
Es geht los, Einzelne begeben sich gleich zu einer Verpflegung ins
Wagon-Restaurant, die andern versuchen es sich so bequem wie möglich zu
machen. Wenn nur die Beine nicht so lang wären! Erst herrscht noch
munteres Geschwätz bis nach Genf, dann gehen die Mundwerke langsam auf
Sparflamme, oder öffnen sich da und dort nur noch zu einem herzhaften
Gähnen. Es ist immerhin schon bald 23.30Uhr.
|
|

für Diashow hier klicken
|
Montag, 18. September
So vergeht die Zeit halb im Schlaf, halb im Traum,
es wird gerangget und bei jedem grösseren Bahnhof werden wir über den
Weichen durchgeschüttelt. Doch die Vorfreude auf eine gemütliche Woche
wird dadurch nicht getrübt.
Es wird
immer heller, im Morgengrauen erhaschen wir wir ab
und zu einen Blick auf das Meer und unerwartet pünktlich treffen wir in
Gerona ein. Kurz vor 08.00Uhr kann Victor uns in Empfang nehmen; auch ein
paar Sonnenstrahlen freuen sich an unserm Wiedersehen.
Nach einer Magenstärkung im Bahnhof nehmen wir die für heute letzte
Reiseetappe in Angriff: der SARFA-Bus bringt uns nach
eineinhalb Stunden
Fahrzeit nach St. Antoni, dem Ort unserer Bleibe für die nächsten 5 Tage.
Im Hotel Del Pi können wir unsere reservierten Zimmer beziehen und etwas
ausruhen. Doch schon bald locken Wetter und Umgebung auf Erkundungstour
und die Mutigsten testen schon mal die Temperatur des Mittelmeeres;
gewöhnlich gut unterrichtete Quellen berichten,
das Wasser sei “seichfüdläleeb”, man müsse nur erst mal drin sein!
Zum Nachtessen finden wir uns wieder im Hotel ein, wir werden vorzüglich
bedient, auch Victor erscheint zur Lagebesprechung, bevor wir (mit wenigen
Ausnahmen) unsere Gemächer aufsuchen und bald in den wohlverdienten Schlaf
sinken.
|
|



für Diashow hier klicken |
Dienstag, 19. September
Alle sind gut ausgeruht und für neue Eindrücke bereit. Das Wetter bleibt
vorerst durchzogen, bei etwas Sonne bilden sich bedrohliche Wolken. Ein
Bus holt uns ab und bringt uns mit einer kurvenreichen Bergfahrt zu
Viktors und Margrits Anwesen. Da geraten wir ins Staunen über das neue
Leben der beiden “Ausgewanderten”. Unsere Bewunderung gilt dem
wunderschönen Heim samt Umgebung, sowie der Lebensweise von Margrit und
Victor, hier, weg vom Rummel, in einer Oase der Ruhe. Die Aussicht ist
imponierend und das Wetter meistens schön, wenn auch im Sommer etwas
trocken. Auch bei schlechterem Wetter könne man garantiert jeden Tag
einmal die Sonne sehen. Beinahe paradiesische Zustände!
Wir geniessen den Aperitif im Freien, geben ein paar Lieder zum Besten und
freuen uns über das Zusammensein.
Leider wird es ringsum immer dunkler, ein unangenehmer Wind beginnt zu
blasen. Fast urplötzlich setzen Blitz und Donner ein, die Einheimischen
warten sehnsüchtig auf einen tüchtigen Regen. Dieser erwischt uns, wie wir
gerade Abschied nehmen und in den wartenden Bus einsteigen. Das sich nun
entladende Gewitter überrascht selbst die “Hiesigen”, in kurzer Zeit fällt
jede Menge Wasser vom Himmel. Angekommen bei
unserm Hotel entledigen wir uns der Schuhe samt Socken. Wir werden zwar
unter einem grossen Regenschirm über den Vorplatz begleitet, kneippen
dann durch knöcheltiefes Wasser. Von der Terrasse aus beobachten wir die
Reaktionen verschiedener Fahrzeuglenker, die wegen nicht abziehendem
Wasser entweder mutig durch die das ungewohnte Wasser
fahren oder sich für einen
Rückzieher entscheiden. Das Schauspiel dauert dann aber nicht mehr lange
und die ersten Sonnenstrahlen blicken durch. Es wird immer blauer und wir
wagen uns wieder aus dem Haus. Grüppchenweise begibt man sich auf einen
Spaziergang, zu einem Essen oder Drink. Es gibt immer wieder Neues zu
entdecken, bei einem gelegentlichen Regenschauer verzieht man sich in
eines der zahlreichen Restaurants an der Meerespromenade.
Victor hat für den heutigen Tag noch den Besuch eines Weinguts
organisiert. Also werden wir um fünf Uhr beim Hotel abgeholt und zur
Besichtigung aufs Weingut in Calonge gefahren. Wir erfahren von einer
hübschen jungen Agronomin viel Wissenswertes und manch bisher Unbekanntes
über Anbau und Pflege der Reben, sowie der Herstellung des edlen Saftes.
|
|




für Diashow hier klicken |
Mittwoch, 20. September
Tagwache ist individuell, doch schaffen es alle, incl. Morgenessen, um 9.00Uhr
startklar zu sein. Der CRURISA-Bus wartet bereits auf die
unternehmungslustigen Schulreisler. Zwar sieht es sehr nach Regen aus,
überall graue Wolken, doch Victor tröstet uns darüber hinweg, er
garantiert für schönes Wetter in Barcelona. So können wir starten, der Car
ist gross genug, dass jedermann und auch jedefrau zu einem Fensterplatz
kommt. Auf den ersten Kilometern begleitet uns ein zünftiger Regenguss,
doch hellt es bald einmal auf und die versprochene Sonne und Wärme
erfreuen uns. Der sehr nette Chauffeur und der noch nettere Reiseleiter
Victor bescheren uns eine angenehme Fahrt in Richtung Süden. Victor ist um
keine Antwort verlegen, er hat auch diesen Ausflug aufs beste vorbereitet.
Der Chauffeur richtet sich nach unsern Wünschen und erreicht nach etwa
eineinhalb Stunden das Stadtzentrum. Hier muss er schon eine gehörige
Portion Frechheit entwickeln, um in diesem Verkehrschaos die richtigen
Kurven zu finden.
Erster Fotohalt bei der berühmten Sagrada Familia,
der Kirche der Heiligen Familie. Der Chauffeur dreht ein paar leere
Runden, unterdessen können wir zu Fuss das ungewöhnliche Gotteshaus
wenigstens von aussen besichtigen. Das Bauwerk wurde unter dem Architekten
Antoni Gaudi (1852-1926) begonnen und die Arbeiten sollen im Endstadium
sein. Sie werden heute von einer Gruppe von Architekten durchgeführt, die
an dem ursprünglichen Projekt Gaudis festhalten.
Als nächstes gilt unser Besuch dem Parc Güell, der ebenfalls von Antoni
Gaudi entworfen wurde. Er gilt heute als Naturerbe der Menschheit und gab
zu den verschiedensten Beurteilungen Anlass:
- unkontrollierter Modernismus
- Insel des Surrealismus
- expressionistischer Park, der Albträume hervorruft
(von denen wir zwar nichts gespürt haben)
( Wer gerne mehr über die Werke von Antoni Gaudi wissen möchte,
der findet hier allerlei Interessantes.)
Die Mittagszeit verbringen wir auf dem Moll d’Espanya. Im Maremagnum,
einem grossen Freizeit- und Geschäftszentrum können wir uns verpflegen und
gleichzeitig die Sonne geniessen. Es bleibt Zeit, uns in diesem Teil des
grossen Hafengeländes etwas umzusehen und einfach dem süssen
Nichtstunmüssen zu frönen.
Bei der Weiterfahrt zum Montjuïc gibt’s einen Stopp beim Olympia-Stadion.
Noch immer scheint dies ein touristischer Anziehunspunkt zu sein, ein Bus
nach dem andern entlädt hier seine Insassen. Es werden Fotos geknipst und
Souvenirs gekauft und einige Zeit später erwartet uns der Chauffeur für
die Weiterfahrt, vorbei an weiteren Olympischen
Anlagen und Gebäuden. Etwas abwärts gelangen wir zum Aussichtspunkt
Miramar. Hier haben wir einen grossartigen Ausblick, einerseits auf Meer
und Hafen, andrerseits auf einen Teil Barcelonas mit den Hügelketten im
Hintergrund. Wiederum begeben wir uns zu Fuss durch die prächtige
Erholungsanlage, alles ist grün, und es herrscht wohltuende Ruhe.
Ein weiteres mal steigen wir dann in unsern komfortablen Car, wir werden
zur Rambla gefahren. Im obersten Teil verlassen wir den Bus und können so
während fast 2 Stunden gemütlich die autofreie, mit Bäumen geschmückte
Flanierstrasse bis zum Portal de la Pau hinunter schlendern. Da gibt es
jede Menge Kurzweiliges, Interessantes und Unterhaltendes zu sehen. Es
gibt da einerseits Marktstände, einladende Strassencafés und in den
Seitenstrassen Spezialmärkte zu sehen und oft auch zu riechen. Es duftet
nach allem Möglichen. Die vielen Fussgänger sind teils auf Einkaufstour
oder betrachten das bunte Treiben überall. Künstlerische Darbietungen
wechseln ab mit allerhand Kunterbuntem, es reihen sich originelle
Ladenlokale an Restaurants. Kein Wunder, die Zeit vergeht im Nu.
Pünktlich um 18Uhr steigen wir in den ebenso pünktlichen Bus, diesmal
endgültig. Nochmals fahren wir durch interessante und vielseitige
Landschaften, bis wir gerade recht zum Nachtessen wieder in St. Antoni
eintreffen.
Barcelona hat uns viele Eindrücke beschert und man könnte hier wohl noch
einige Tage verbringen, bis man alle sehenswerten Plätze, Gärten, Anlagen
und Bauwerke bewundert hätte. Aber was noch nicht ist, könnte ja noch
werden! Fürs erste haben wir schon so manches gesehen, das uns bestimmt in
Erinnerung bleiben wird.
|
|


für Diashow hier klicken
|
Donnerstag, 21.
September
Der heutige Tag wird individuell verbracht. Es gibt kein festes Programm.
Die einen zieht's schon vor dem Morgenessen zum
Schwimmen ans Meer, andere geniessen das Ausschlafen. So kommen alle auf
ihre Rechnung, sei es beim Baden, Schwimmen, Bummeln, Pedalo fahren,
lädelen, erkunden der Umgebung oder
aufsuchen von Feinschmecker-Lokalen. Da und dort
werden die ersten oder letzten Grusskarten geschrieben.
Besonders erholsam fürs Gemüt ist so ein Fussmarsch in Sand und Meer,
dabei erreicht man das Nachbarstädtchen Palamos. Die Hafengegend lädt zum
Verweilen ein, ebenso die hübsche Altstadt. Da kann man so richtig
gemütlich in den autofreien Strassen flanieren und im Strassencafé sitzen und sich des Lebens freuen. Selbstverständlich
verwöhnt uns dabei der Wettergott und die Stunden vergehen im Nu.
Nach diesem Tagewerk finden sich abends alle im “TRAVIATA” bei Beatriz
ein, um gemeinsam eine Paella oder sonst etwas Leckeres zu geniessen. Wir
freuen uns übers Dabeisein von Margrit und Victor. Allseits wird dieser
Tag bei guter Laune und etlichen Witzen abgeschlossen.
Den (fast) endgültigen Ausklang jedoch absolvieren einige im
“Schweizer-Restaurant”, wo uns Bruno ein paar alte Schlager darbietet, die
sogar zwei Tanzbeine unserer Gruppe in Bewegung bringen.
Bei noch fast christlicher Zeit begeben wir uns auf den Heimweg und legen
uns zufrieden zur Ruhe; - es soll zwar doch noch irgendjemand keine Lust
auf sein einsames Zimmer gehabt und daher den angebrochenen neuen Tag
gleich in der Bar begossen haben.
|
|

für Diashow hier klicken |
Freitag, 22. September
Der letzte Ferientag wird
nochmals benutzt um ausgiebig auszuruhen, zu spazieren
oder ein paar Kleinigkeiten für die Daheimgebliebenen einzukaufen.
Die Wasserratten baden ein letztes mal im warmen Meer
und gegen Abend wird das Gepäck
reisefertig gemacht.
Am heutigen Abschieds-Abend werden wir im Gartenrestaurant unseres Hotels
vom österreichischen Wirtepaar mit einem Grillbuffet verwöhnt. Es ist ein
lauer Spätsommerabend. Victor und Margrit sind auch dabei. Bis spät in die
Nacht können wir im Garten sitzen, auf unsere leider schon zu Ende gehende
Reise anstossen und uns nochmals an mancher Episode und Anekdote
vergangener Tage erfreuen. Besonders in Erinnerung
bleiben wird uns der Ausspruch von Beatriz: "Was du denken?" Dies
die Antwort der deutsch sprechenden Kubanerin auf unsere genauere
Nachfrage, nachdem sie uns beim Service im Café auch gleich noch ihr
ganzes Liebesleben offenbarte.
Irgendwann schlägt die endgültige Stunde des
Abschieds und ein letztes mal werden die Nachtlager
aufgesucht.
|
|

für Diashow hier klicken |
Samstag, 23. September
Schon um 7Uhr ist Tagwache und das Morgenbuffet bereit. Vorsorglich werden
noch ein paar Brötchen als Proviant eingepackt. Das Gepäck wird per Auto
zur Bushaltestelle befördert, wo nach und nach die vollzählige Gruppe
eintrifft. Gespanntes Warten auf den Linienbus der SARFA. Erfahrungsgemäss
sind Verspätungen an der Tagesordnung. Sowas passt natürlich nicht in
unsern Reiseplan. Die reguläre Abfahrtszeit verstreicht, kein Bus in
Sicht. Da schreitet Beat zur Entscheidung und verkündet: “In 3 Minuten
wird er da sein”, was dann fast sekundengenau eintrifft. Alle samt Victor
sind erleichtert. Rechtzeitig kommen wir beim Bahnhof Gerona an, schnell
noch ein Gipfeli oder Kaffee. Victor lotst uns zum richtigen Gleis, zum
richtigen Einsteigesektor und der Zug fährt pünktlich ein. Wir
verabschieden uns von Vic, bedanken uns für die Gastfreundschaft und
allerbeste Organisation.
Die
ganze Fahrt geniessen wir buchstäblich wieder “in vollsten Zügen”. Erstes
Umsteigen in Montpellier. Ab hier herrscht im TGV wegen teilweisem
Bahnstreik eine richtige “Druckätä”, wie gut, dass für uns alles so schön
reserviert ist. Nur Louis de Funès bringt uns mit seinen Gepäckproblemen
aus der Fassung und sorgt für allgemeine Heiterkeit.
Zweites
Umsteigen in Genf; bis Bern belegen wir den Speisewagen und runden unsere
Reise mit einem feinen Nachtessen ab.
In Zürich und Zug heisst es Abschied nehmen von Agnes, Martin, Paula und
Hans. Wir restlichen “Innerschwyzer” treffen um 23Uhr in der Heimat ein
und begeben uns zufrieden auf den letzten Teil unseres Heimwegs.
|
| |
Auch
dieser, wie schon der "Ausflug" ins Piemont, war ein Erlebnis, von dem
bestimmt immer wieder gesprochen wird. An dieser Stelle sei nochmals ein
grosser Dank an Margrit und vor allem Victor gerichtet, er plante diese
Woche mit grosser Treffsicherheit und die Ausführung ist in allen Teilen
bestens gelungen. Auch die Harmonie innerhalb der Gruppe trug natürlich
das ihrige zu diesem Erfolg bei.
Fazit:
Einer gelegentlichen Neuauflage einer solchen Klassenreise sollte
eigentlich nichts im Wege stehen. Wir hätten da noch SchulkameradInnen in
Deutschland, England und USA.
"WAS DU DENKEN?"
|
|
|
|
|